Die Geschichte des FA Amtsberg e.V.
Als im Jahre 1912 in Dittersdorf die erste Fußballabteilung gegründet und mit dem Spielbetrieb begonnen wurde, hatte der Arbeitersport bereits Tradition, denn schon 1880 entstand der Turnverein Dittersdorf, der sich später dem Arbeiter-Turn- und Sportbund anschloss.

Die Gründung fand im Gasthaus „Grünes Tal“ statt, der erste Sportplatz befand sich ebenfalls im Grünen Tal.
In der Folgezeit entstanden weitere Sportplätze bei „Steinerts Gasthof“, auf dem Turnhallenvorplatz und der jetzigen Gartensparte „Südhang“.
Im Jahre 1910 hatte erstmals das Problem eines Turnhallenbaues zur Debatte gestanden, doch aufgrund verschiedener Zerwürfnisse wurde der Bau zunächst zurückgestellt.
Es kam zu einer Vereinigung von Mitgliedern des Turnvereins mit dem TV „Germania“, dieser wurde am 4. April 1914 dem Arbeiter – Turn- und Sportbund angegliedert. Der erste Weltkrieg hinterließ auch im Verein seine Spuren – 2 Gefallene, 9 Vermisste und 5 in der Heimat an den Kriegsfolgen verstorbene Mitglieder. Alle aus dem Krieg gesund zurückgekehrten Sportler nahmen den Sportbetrieb wieder auf. Von den Fußball spielenden „Sportfreunden Dittersdorf“ ist uns noch einiges Bildmaterial erhalten geblieben.
Im Jahre 1924 wurde nun endlich mit dem Bau der Turnhalle begonnen. Die Hallenweihe fand am 24. Mai 1925 statt. In den folgenden Jahren wurde die Halle ständig weiter ausgebaut, die Kosten waren 1929 von ehemals 10000 Mark auf insgesamt 29000 Mark angewachsen.
Im März 1930 kam es zu einem Vertragsabschluss mit dem Bauer Max Kempe über den Kauf eines 1,1 ha großen Geländes zum Bau eines neuen Sportplatzes. Die Abtragung des Geländes erforderte eine enorme Einsatzbereitschaft der Mitglieder. Innerhalb von 2 Jahren wurde die gewaltige Aufgabe in 17860 freiwilligen Arbeitsstunden gelöst.
Es ist heute schwer zu ermessen, welche großen Leistungen, welche Opfer damals für den Sport gebracht wurden, denn Unterstützung seitens des Staates, so wie man das heute kennt, gab es nicht. 1932 fand die Sportplatzweihe statt.
Doch bereits ein Jahr später begannen mit dem düsteren Kapitel der deutschen Geschichte auch die Repressalien für die Dittersdorfer Sportler. Der Turnverein „Germania“ wurde auf Beschluss des Ministeriums des Inneren aufgelöst, die Turnhalle von SA-Kräften besetzt und dabei erheblicher Schaden angerichtet.
1935 kam es zur Zwangsversteigerung der Sporthalle; sie wurde Eigentum der Sparkasse Dittersdorf. In „Haus der Jugend“ umbenannt, diente sie dazu, die Jugend für die Welteroberungspläne reif zu machen.
Vom Fußball liegt uns aus dieser Zeit nur wenig dokumentarisches Material vor. Einzelne Fotos erinnern daran, dass man auch mit bekannten Mannschaften aus dem damaligen Chemnitz zusammentraf. Die Zeit des sportlichen Wettstreits ging zu Ende und viele junge Menschen mussten den Eroberungswahn der Nazis mit dem Leben bezahlen.
Nach Beendigung des 2. Weltkrieges war es möglich, die Turnhalle den rechtmäßigen Besitzern zurückzugeben. Bereits 1945 begann mit dem Neuaufbau der Sportbewegung in Dittersdorf. Ab 1946 rollte auch der Fußball wieder und die Sektion entwickelte sich immer weiter.
In den 50er Jahren wurde ein Höchststand der im Spielbetrieb stehenden Mitglieder mit 3 Männer- und 3 Nachwuchsmannschaften erreicht. Doch blieben zu dieser Zeit die sportlichen Erfolge aus, da durch häufigen Sektionsleiterwechsel die gesamte Leitungstätigkeit nicht straff organisiert war. Jedem Leistungsaufschwung folgte prompt die nächste Talfahrt.

1964 kam es mit der Auflösung der Männermannschaft zum Tiefpunkt in der Sektion. Sportfreunden wie Karl-Heinz Burkhardt und Karl Stöckel ist es in erster Linie zu danken, dass 1967 ein neuer Anfang gelang. Zunächst kämpfte man mit wechselndem Erfolg. Dem Aufstieg in die 1. Kreisklasse 3 Jahre nach der Neuformierung folgte 1 Jahr später wiederum der Abstieg.
1972 wurde das 60jährige Bestehen der Sektion Fußball mit einigen Höhepunkten gefeiert. Dank der guten Arbeit auch im Nachwuchsbereich konnte im Spieljahr 1974/75 der Staffelsieg in der 2. Kreisklasse und damit der Wiederaufstieg in die 1. Kreisklasse erreicht werden. Im gleichen Jahr wurde unter Übungsleiter Hans Anger erstmals der FDGB-Kreispokal errungen.
In diese Zeit fiel auch der Turnhallenanbau mit Errichtung neuer Umkleide- und Duschräume.
1976 gelang es unseren Männern auch, erstmals den Traktorpokal zu erkämpfen. Die inoffizielle Herbstmeisterschaft durfte als weiterer Erfolg betrachtet werden. Leider reichte es dann im Frühjahr 1977 nicht, um in der Meisterschaft ganz vorn zu landen. Es zeigte sich, dass die Spielerdecke zu dünn war und einige Ausfälle nicht verkraftet werden konnten. So war es eine logische Folge, dass man daran ging, 1978 eine 2. Mannschaft zu bilden.
1979 konnte der Gewinn des Traktorpokals wiederholt werden und mit dem 3. Tabellenplatz in der Meisterschaft erreichte die 1. Mannschaft die bisher beste Platzierung (Spieljahr 1979/80).
Mit 10 Siegen, 4 Unentschieden und ohne Niederlage holte sich die 2. Mannschaft 1982 den Staffelsieg in der 3. Kreisklasse. Höhepunkt und Überraschung zugleich war der zweite Gewinn des FDGB-Pokals im Frühjahr 1984.
Der Aufstieg der 2. Männermannschaft 1986 in die 2. Kreisklasse ist ebenso Ausdruck kontinuierlicher Arbeit, wie die erfolgreiche Teilnahme unserer Nachwuchsmannschaften an den Meisterschaftsspielen sowie an der Kinder- und Jugendspartakiade – Goldmedaille der Junioren unter Übungsleiter Klaus Harzer und Goldmedaille der Kindermannschaft unter Übungsleiter Karl-Heinz Burkhardt sowie Kreismeister der Knaben unter Übungsleiter Fritz Barthold.
Gegenwärtig sind rund 100 Sportler Mitglied unserer Sektion. Insgesamt stehen 5 Mannschaften im Wettspielbetrieb (2 Männermannschaften, Junioren, Schüler und Kinder).
Laut Verfasser des ersten Teils dieser Festschrift, Hans Theiß, darf als größter Erfolg in der 75jährigen Geschichte der Sektion verbucht werden, dass es der 1. Mannschaft gelungen ist, sich nach dem Aufstieg 1975 bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt in der höchsten Spielklasse des Kreises zu behaupten, obwohl durch zahlreiche Spielerabgänge und fehlenden Nachwuchs aus dem Juniorenbereich diese Aufgabe nicht ganz leicht zu lösen war.
Ausgehend von dem Erreichten sollte die 75-Jahr-Feier unserer Sektion für alle Sportfreunde Ansporn und Verpflichtung sein, gute Traditionen in beharrlicher, kameradschaftlicher und kontinuierlicher Arbeit fortzusetzen.
| 1912 | Gründung der ersten Fußballabteilung in Dittersdorf |
| 1924-25 | Bau der Turnhalle (Einweihung am 24.5.1925) |
| 1930-32 | Errichtung des heutigen Sportplatzes |
| 1933 | Verbot der Sportvereinigung |
| 1946 | Wiederaufnahme des Spielbetriebes |
| 1949 | Gründung der Sportgemeinschaft Dittersdorf |
| 1950-64 | Ständige Auf- und Abwärtsentwicklung in der Sektion Fußball |
| 1964 | Tiefpunkt mit Auflösung der Männermannschaft |
| 1967 | Bildung einer neuen Männermannschaft |
| 1970 | Aufstieg in die 1. Kreisklasse |
| 1971 | Abstieg in die 2. Kreisklasse |
| 1972 | Festwoche zum 60jährigen Fußballjubiläum |
| 1973-74 | Beginn des Turnhallenanbaus Bau der Beleuchtungsanlage auf dem Sportplatz |
| 1975 | Erneuter Aufstieg in die 1. Kreisklasse FDGB-Pokalgewinn |
| 1976 | Gewinn des Traktorpokals inoffizieller Herbstmeister |
| 1978 | Bildung einer 2. Männermannschaft (Neubeginn in der 3. Kreisklasse) |
| 1979 | Wiederholung des Traktorpokalgewinns |
| 1980 | 3. Platz in der Meisterschaft – beste Platzierung überhaupt |
| 1982 | Staffelsieg der 2. Mannschaft in der 3. Kreisklasse 70 Jahre Fußball |
| 1984 | Erringung des FDGB-Pokals |
| 1986 | Aufstieg der 2. Mannschaft in die 2. Kreisklasse Kreismeistertitel für die Knabenmannschaft |
| 1987 | Festwoche zum 75jährigen Fußballjubiläum |
| 1990 | Wiedervereinigung und Übergang in den Nordostdeutschen Fußballverband |
| 1992 | Festwoche zum 80jährigen Fußballjubiläum |
| 1992 – 98 | Regelmäßige Besuche von und bei den Fußballern aus der Gemeinde Pfofeld (LK Weißenburg / Gunzenhausen) |
| 1993 | Wechsel vom Landkreis Chemnitz in den Mittleren Erzgebirgskreis |
| 1994 | Auflösung 2. Männermannschaft |
| 1997 | Festwoche zum 85jährigen Fußballjubiläum |
| 1998 – 99 | Bau des „Frauentrost“ auf dem Sportplatzgelände |
| 2001 | Gründung des FV Amtsberg e.V. mit zwei Männermannschaften |
| 2003 | Aufstieg in die Kreisliga MEK Erstmalige Organisation und Durchführung des Hexenfeuers |
| 2004 | Kreispokalsieg |
| 2006 | Kreismeister und Aufstieg in die Bezirksklasse Chemnitz |
| 2008 | Abstieg aus der Bezirksklasse Chemnitz in die Kreisliga MEK |
| 2010 | Bildung einer Spielgemeinschaft der 2. Mannschaft mit BSV Gelenau III |
| 2011 | Reform im Fußballkreisverband – Wechsel in die Sparkassen Kreisliga ERZ Staffel Mitte |
| 2012 | 10jähriges Jubiläum Hexenfeuer Auflösung 2. Männermannschaft Festwoche zum 100jährigen Fußballjubiläum |


